EM-Erfahrungen und Vorschläge für Imker

Im Sekretariat der IG-EM Schweiz waren immer wieder Anfragen von Imkern eingegangen, ob es bereits EM-Erfahrungen bei den Bienen gäbe, oder ob man für die Imker etwas machen könnte. Da dies bezüglich wenig bekannt war, entschloss ich mich 2004, einen Aufruf im EMJournal zu machen. Diesem Aufruf folgten 24 Reaktionen aus dem In- und Ausland. Ende Mai 2005 fand das erste Treffen in Zürich statt. Drei Imker waren anwesend, drei andere
hatten sich abgemeldet. Seither hat sich eine Kerngruppe von einer Imkerin und vier Imkern gebildet, die sich zweimal jährlich trifft. Nach 2 1/2 Jahren gemeinsamer Arbeit möchte die Gruppe mit diesem Journalbeitrag weitere Imker erreichen.

Vorschläge
Die Imker-Kerngruppe diskutierte bei diesen Treffen über verschiedene Themen wie Kästen, Bienentränke, Zuckerwasser, Oxalsäure ja oder nein, Varroamilbe, Fau-lund Sauerbrut. Jeder tauschte seine EM-Erfahrungen
mit Bienen aus. Da aber in der Schweiz zu diesem Thema wenig bekannt
ist, wurden Vorschläge entwickelt, wovon einige bereits getestet wurden. Endgültige Aussagen können noch keine gemacht werden. Es ist klar, dass solche Tests von mehreren Imkern über eine längere Zeit durchgeführt werden müssen.
Hier einige Vorschläge:
1. Kästen aussen mit 2 Anstrichen bemalen. Pro 1/2 l Farbe 4-5 EL Keramik-pulver mischen, mit EMa verdünnen. Menge je nach Streichfähigkeit. Farbe Biosana Beutenfarbe. Statt Farbe kann man auch Leinöl gemischt mit Pig-menten und Keramikpulver nehmen.
2. In die Bienentränke Pipes geben, damit das Wasser die Schwingung von EM erhält.
3. Pro Liter Zuckerwasser 10 –30 ml EM1 oder EMa geben.
4. Im Magazin wird das Zuckerwasser oft schlecht oder von anderen Insekten
geräubert. Das Aufnahmefach der Bienen kann abgedichtet werden und via Plastikschlauch mit einem Plastikbeutel (Bag in Box, Mostbeutel) verbunden werden. So kann das EM-Zuckerwasser isoliert und unter Luftabschluss in der Beute gelagert werden. So bleibt es frisch, gerade bei Ablegern mit geringer Aufnahme ist dies ein Vorteil.
5. EMa mit Wasser vermischt zerstäuben (1 Teil EMa mit 2 Teilen Wasser oder auch 1:3, 1:4). Die Verträglichkeit solch hoher Dosierungen wurde an offener Brut mit gutem Erfolg getestet. Auffallend ist der starke, angenehme Stock-geruch in der Nähe der Beuten. Durch den direkten EMa Einsatz in den Völkern erhoffen sich die Imker auch eine Resistenz gegen Faul- und Sauerbrut.
6. Oxalsäure-Tabletten gegen Varroamilbe. Diese 1g Tabletten aus der Kur-Drogerie in Österreich werden in 3 x 3 Behandlungen (9 Tabletten) zu einem feinen Aerosol verdampft. Sie sollen bienenverträglicher sein. (s. auch EMJournal 4)
7. Eine rege Diskussion gab es auch bei der Wahl des Winterfutters. Ich als Nicht-Imkerin warf die Frage nach der Qualität des Winterfutters auf. Wie die Imker mir erzählten, wird mit weissem Zucker aufgefüttert. Kann dies für die Bienen gesund sein? Erwarten wir da nicht zuviel von ihnen? Darf ich Ihnen, liebe Leser, ein Bild zum Vergleich aufzeigen? – Stellen Sie sich vor, Sie haben sich einen Vorrat an gesunden Lebensmitteln für den ganzen Winter ange-schafft. Dann kommt jemand, der Ihnen alles wegnimmt. Er ist doch noch
so freundlich und stellt Ihnen einige Säcke weissen Zucker zur Verfügung, damit Sie etwas zu Essen haben. Was glauben Sie, wie es Ihnen nach einem halben Jahr gesundheitlich gehen würde? Eine Antwort ist überflüssig. Je vitalstoffreicher unsere eigene Ernährung ist, desto gesünder sind wir. Gilt dies nicht auch für die Bienen? Der Imker möchte den Honig als Lohn für
seine Arbeit ernten können. Was kann man also tun? Optimal wäre sicher, einen Teil des Honigs als Futter den Bienen zu lassen. Wäre Vollrohrzucker ein geeigneter Ersatz? Er wäre natürlicher und auch reicher an Mineralstoff. Bei längeren Kälteperioden kann dies bei Bienen zu Ruhr (Durchfall) führen. Hier wären Versuche gefragt. Ein weiterer Versuch bestände aus der bei Kombi-nation von EMa, EM Salz, EM Keramik und EM-X, um das Immunsystem der
Bienen zu stärken. Diesen Versuch habe ich bei Efeuzweigen gemacht. Die Zweige in der Kombination von allen vier EM-Produkten entwickelten die kräftigsten und längsten Wurzeln.
Mathias Hegglin gab seinen Bienen auf 25l Zuckerwasser einen Deckel EM-X, sowie einige Prisen EM Salz. Er bittet, dass andere Imker dies auch aus-probieren.
Norbert Holzknecht hat uns seine Teemischung fürs Zuckerwasser vorgestellt: Wermut (ganze Pflanze), Kamille (Blüte), Zitronenmelisse (Blatt), Löwenzahn (Blüte), Apfelminze (Blätter), Brennessel (Blatt), Thymian und evtl. Eichenrinde. Könnte diese Teemischung EM-fermentiert verabreicht werden?
8. Könnte der intensive Geruch von EM-5 helfen, die Wachsmotten von den wertvollen Waben fern zu halten und diese zu schützen? Da wären ebenso Versuche gefragt.

Dank an die Imker-Kerngruppe
Der aktiven Imker-Kerngruppe danke ich an dieser Stelle ganz herzlich für Ihren Einsatz und die Bereitschaft, EM auf verschiedene Weise zu testen. Sie tut dies aus Überzeugung. Ich bin der Gruppe dankbar für alle Gespräche und Erklärungen, welche sie mir gegeben hat, durch die ich viel gelernt habe. Ein spezieller Dank gebührt Mathias Hegglin, der jeweils ein Protokoll schreibt und allen Imkern weiterleitet. Die Imker-Kerngruppe wünscht sich sehr, dass sie noch mehr Imker mit Pioniergeist und Freude am Testen mit EM findet. Sie
ist überzeugt, dass EM bei den Bienen eine grosse Hilfe sein kann. Die effektiven Mikroorganismen stärken das Immunsystem der ganzen Umwelt. So dienen diese nicht nur den Pflanzen, sondern auch den Bienen, mit der Umweltsituation fertig zu werden. Man muss nicht gegen Krankheiten
kämpfen, sondern für die Umwelt etwas tun. Krankheiten zeigen uns nur,
dass wir etwas falsch gemacht haben.

Weitere Imker-Treffen
Beim letzten Treffen wurde beschlossen, sich nur noch einmal jährlich zu treffen: am letzten Freitag im Februar. Der ausschliessliche Kontakt übers Internet kam für die Gruppe nicht in Frage. Der persönliche Kontakt ist ihr wichtig. Das nächste Treffen ist also am 23. Februar 2007.

Versuchsprojekt
Wie Sie sehen, probieren die Imker viel aus, können aber noch keine endgültigen Ergebnisse bieten. Um das Interesse von weiteren Imkern zu wecken, hat sich die Gruppe für ein langfristiges Versuchsprojekt ent-schlossen: Imker, die an diesem Projekt teilnehmen, benötigen 5 Völker an
einem Stand mit identischem Beutenmass sowie 5 gleichwertige Königinnen aus einer Zucht (Schwestern). Bei Bedarf können diese nächstes Frühjahr bei Mathias Hegglin bezogen werden. Optimal wäre der Versuchsbeginn mit Schwärmen und Zuchtköniginnen, um eine möglichst identische
Ausgangslage zu erhalten. Die Völker sollen während einer längeren Zeit unterschiedlich aufgefüttert werden. Ein Volk erhält als Kontrolle kein EM. Je mehr Imker daran teilnehmen, desto reger werden die Diskussionen, und um so klarere Aussagen kann man am Projektende machen.

Unterstützung durch die IG-EM Schweiz
Die IG-EM Schweiz unterstützt grosszügiger Weise dieses Versuchsprojekt mit EM Produkten. Wer daran teilnehmen will, kann sich bei mir melden: Gabriella Höfler, Milackerweg 9, 4655 Stüsslingen 062 298 21 45, gaby.hoefler@gmx.net.
Zwei Bedingungen werden gestellt: Wer teilnimmt, muss am nächsten Imker-Treffen teilnehmen und ein Protokoll von seinen Ergebnissen machen.
Gabriella Höfler

(Quelle: EM e.V., Bremen, EM-Journal 18, 2007)